Aermighorn Drucken
Geschrieben von: Ivano   
Montag, den 19. Januar 2009 um 00:36 Uhr
thumb_p6080026 Im Winter 2005/2006 haben wir, nachdem unser Hallenbad nicht mehr zur Verfügung stand, uns erstmals in eine Kletterhalle bege­ben. Seither haben wir unzählige Stunden in der Halle und auch ein paar in Klettergärten verbracht. Doch auf eine richtige Besteigung eines Berges haben wir uns erst gewagt, nachdem ein Clubmitglied einen Alpin-Kletterkurs gemacht hat. Zu dieser Zeit hatte noch fast niemand einen Stand eingerichtet oder Mehrseillängen geklettert.
So stand dann ein sogenanntes Selektionsklettern auf dem Pro­gramm, das zwar im nachhinein nicht als solches verstanden werden sollte. Da man sich nicht die Blösse geben wollte, trainierten viele bei jeder möglichen Gelegenheit. Auch Materialkäufe wurden rege getäti­gt, obwohl nicht immer klar war, ob des Sportes oder der Verkäuferin wegen.
So war dann auch der Andrang an Anmeldungen riesig. Wegen schlechtem Wetter musste leider das Selektionsklettern ab­gesagt werden und auch die Besteigung des Ärmighorns stand in Frage. Doch prophezeiten die Wetterfrösche keinen Regen. Und be­kanntlich trocknet es bei Sonnenschthumb_p6220010 ein ja schnell ab. Nur hier liegt eben der Wurm drin. Geregnet hat es nicht, aber Sonnenschein hatten wir auch nur ganz kurz. Meist sassen, oder gingen wir im dichten Nebel und hatten eine Sicht von 10 Metern. Da niemand ortskundig war, mussten wir unser Vorhaben abbrechen. Damit nicht der ganze Anmarsch von fast 3Stunden für nichts war, übte man noch ein bisschen Verankerungen setzen. Doch mit ebenso wenig Erfolg. Jedoch fiel der darauffolgende Sturz nicht schmerzhaft aus. Mit durchnässten Schuhen traten wir unsere Rückreise an.
Doch so schnell gaben wir uns nicht geschlagen. Wir hatten ja noch ein Ersatzdatum: 21./22. August. Wir wollten mit einer kleineren Gruppe (vier Personen) erst mal die Lage abklären. So starteten wir dann frühmorgens unseren Fussmarsch zum Fusse des Ärmighorns. Soweit waren wir genau im Zeitplan. Wir fanden schnell den Einstieg und nach kleineren Diskussionen, wo genau dass jetzt die Walliser Alpen seien, begann die erste Seilschaft mit Klettern. So richtig schnell wollte es nicht gehen, aber aller Anfang ist schwer. Nur wie lange sollte der Anfang noch dauern?! Nach drei Seillängen bemerkten wir, dass wir eine Abzweigung zu einer leichteren Strecke verpasst hatten. Vergebens versuchten wir wieder in die Route zu gelangen. So stand uns nun ein 5c bevor. Da der hintere Trupp im­mer wieder warten musste, entschieden wir uns, die zweite Seilschaft nach vorne zu lassen. Doch nachdem man bemerkte, dass es viel­leicht etwas zu schwer war, teilten wir die Gruppen nthumb_p6220018 eu ein. Von nun an konnten wir zügig weiter klettern bis zum Abseilpunkt zur Sonnente­rasse. Nach reichlicher Überlegung entschieden wir unseren Plan zu ändern. Wie könnte es anders sein, aus Zeitgründen! So seilten wir nicht ab, sondern stiegen direkt hoch zum Gipfel. Das ersparte uns sicher 1,5 Stunden. Um sicher und sthumb_p6220019 peditiv vorwärts zu kommen, wechselten wir im Vor­stieg nicht mehr ab. Irgendwann mal hatten wir es dann geschafft. Gipfel erreicht! Eintrag ins Gipfelbuch und schon bald (nach ca. 1Std) machten wir uns wie­der auf den Weg die Wand hinunter. Dass wir den Abseilpunkt nicht auf Anhieb fanden, erstaunt den Leser wahrscheinlich nicht. Langsam zogen graue Wolken auf. Natür­lich kam auch noch Wind hinzu. So verweil­ten wir nicht lange auf der Sonnenterasse und begaben uns direkt, nach nur kurzem suchen, zum nächsten Abseilpunkt. Bald schon waren wir wieder am Ausgangs­ort angekommen. Wir hatten tatsächlich über 11 Stunden am Felsen verbracht! Ziemlich müde aber zufrieden machten wir uns auf den Rückweg. Wir erreichten die Fahrzeuge gerade noch bevor wir die Stirn­lampen montieren mussten. Natürlich waren wir über die gemachte Er­fahrung froh. Auch bedankten wir uns für das schlechte Wetter bei unserem ersten Versuch, als wir noch 10 Personen waren. Wie das ausgegangen wäre, ..... lieber nicht daran denken. Auch hatten wir ein bisschen die Schnauze voll. Muss man sich das wirklich noch mal antun?! Doch dieses Gefühl dauerte nicht lange, schon zwei Wo­chen später wurden wieder Pläne gemacht für die dritte Tour zum Ärmighorn.


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Januar 2009 um 14:04 Uhr