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Geschrieben von: Ivano
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Mittwoch, den 28. Januar 2009 um 22:14 Uhr |
Was gibt es Schöneres als dem kalten April zu entfliehen und zwei Wochen im Süden zu verbringen? Im Süden ist’s ja immer schön warm, blauer Himmel, schöne Frauen…
Nicht so in Korsika! Obwohl die Insel relativ weit südlich liegt, war es meist alles andere als warm. Grund dafür war, dass wir nicht gerade die besten zwei Wochen erwischten und dass wir die meiste Zeit in den Bergen verbrachten. Denn dort oben auf bis zu 3000 m ü M gibt es weit herum bekannte Wildwasserflüsse. Und wir kamen
ja schliesslich wegen den Bächen und nicht um am Strand zu liegen und den schönen Frauen, die es ja sowieso nicht hat, nachzuschauen. Mit dabei waren Gere, Ivano, Stefan, Marc, Bronski und Alex.
Die Woche begann mit einem Rekord für den Kanu Club Murgenthal:
Wir kamen mit der Fähre um 7 Uhr in Bastia an, tranken den ersten Kaffee, den wir nach einer durchzogenen Nacht bitter nötig hatten und machten uns auf den Weg, Wildwasser zu entdecken.
So geschah es, dass wir nicht wie sonst um 14 Uhr auf dem Wasser waren, sondern schon um 10 Uhr. Rekord für den KCM! Ich wusste gar nicht, dass Flüsse so früh schon Wasser führen. Der Asco bot uns schon am ersten Paddeltag
sämtliche Wildwasserherausforderungen: En ge Passagen, ordentliches
Gefälle und die Umfahrung einer gestrandeten Kuh.
Unsere Reise ging weiter der Ostküste entlang in den Süden. Bäche hat es dort reichlich und wir hatten das Vergnügen jeden Tag einen neuen auszuwählen. Gepaddelt wurde leider nicht täglich,
da der Pegel oft zu hoch war (sehr untypisch für Korsika). So kam es, dass wir mehrere Stunden
mit dem Auto nach befahrbaren
Flüssen Ausschau hielten und uns dann oft wegen Hochwasser und Kälte für die nächstgelegene Kneipe entschieden.
Die vier tollkühnsten Paddler des KCM (Ivano, Stefan, Marc und Bronski) paddelten den oberen Travo. Dieser Bach ist wahrscheinlich
so ziemlich das schwierigste
was Korsika zu bieten hat. Um die g rosse Herausforderung zu unterstreichen, wurde bei hohem
Wasserstand, starkem Regen und Abenddämmerung gepaddelt. Weiter auf dem Programm stand der untere Travo, Fium Orbo, Taravo
und der Liamone.
„Die heutigen Kajaks sind unzerstörbar,
die halten ewig…“ wahrscheinlich kennt diesen Satz jeder Wildwasserkanute von seinem
Kanuhändler. Tja, bei mir war’s halt nicht so. Mein Kajak hatte seinen letzten Einsatz auf dem Liamone. Bei einem unbeabsichtigten
Hüpfer auf einen Stein entstand ein Schlitz am Bootsrand.
Zum Glück waren wir nahe beim Ausstieg und so konnte ich mit meinem U-Kajak noch gerade die letzten paar Meter hinter mich bringen.
Nicht unbedingt schonender fürs Material war Marc’s Surf-Versuch auf bis zu 1.50 Meter hohen Wellen. Zu Beginn schaffte es Marc nur wenige Meter weit raus aufs Meer und wurde dann in hohem Bogen zurück auf den Strand gespuckt. Nach mehreren Anläufen, vielen blauen Flecken und beinahe einer
Salzwasservergiftung, gelang ihm dann doch noch der Wellensurf
auf hoher See.
Das Paddeln brachte jeden Abend grossen Hunger mit sich. Für Gere und Stefan musste dann täglich bis zu 700g Fleisch auf den Teller. Doch auch ohne Fleisch in rauen Mengen kann die korsische Küche voll und ganz überzeugen. Und das auf der Insel
gebraute Bier ‚Pietra’ wurde täglich aufs Neue degustiert.
Die wilde Insel Korsika mit genialen
Wildbächen, einzigartiger Wildsausalami und halbwilden Einwohnern wird mir noch lange in guter Erinnerung bleiben. Und ich hoffe, es heisst schon bald wieder: Vive la Corse!
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Januar 2009 um 00:39 Uhr |