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Nach drei Jahren Abwesenheit, statteten die Paddler des Kanu Club Murgenthal den Pyrenäen wiedermal einen Besuch ab. Über Auffahrt und Pfingsten peilte die Gruppe als erstes die Region Murillo de Gallego an. Ivano und Geri, die bereits am Wochenende vor Auffahrt anreisten, bildeten die Vorhut. Auf dem Hinweg machten sie in Narbonne halt, um bei schönstem Sommerwetter die edlen Kletterfelsen am Mittelmeer zu bezwingen. Danach reisten sie in die besagte Region auf der spanischen Seite der Pyrenäen weiter. Dort angekommen gingen sie am Montag den Río Esca bei selten so hoch anzutreffendem Wasserstand paddeln. Am selben Tag mussten sie noch ihre ersten Kletterversuche an den imposanten Mallos de Riglos abbrechen, da sie ein Gewitterregen aus der Wand waschen wollte. Am Abend trafen dann noch weitere Kollegen ein. Nachdem Bronski, Stefan B., Dani und Marc sich auf dem Campingplatz eingerichtet hatten, wurde beim Abendessen das Programm des nächsten Tages besprochen. Da das Wetter tags darauf einiges besser wurde, konnten die sechs erneut die Wände der Mallos de Riglos erklimmen. Am Abend traf dann auch noch der Präsident des Vereins, Fredi, auf dem Campingplatz ein. Am Mittwoch teilte sich die Gruppe auf. Bronski, Geri und Marc fuhren ihre neu erworbenen Creeker-Kajaks bei knapp genügendem Wasserstand auf dem Río Veral ein. Die drei mussten sich ziemlich motivieren, bis sie einbooteten. Doch schliesslich hat es sich gelohnt. Nebst einigen Stellen, bei denen sie über die Steine rutschen mussten, weil der Pegel etwas tief war, waren viele schöne Partien dabei. Dani, Fredi, Ivano und Stefan paddelten zur selben Zeit jedoch wiederum bei ausserordentlich hohem Wasserstand den Río Gallego. Am Donnerstag holten dies Peter und Marc mit grosser Freude nach. Bei diesem hohen Pegel waren einige Stellen sehr wuchtig, was wir in unseren Alpen kaum vorfinden. Während dessen übten sich die anderen wieder am Fels. Die Nachhut Angela und Claudio trafen gegen Abend ein. Als sie zu Bett gingen, stellten Ivano und Marc ihre Wecker auf 07 Uhr, um am Freitag den Gipfel der Mallos de Riglos zu erklimmen. Leider holte sie der Winter ein, denn in der Nacht schneite es bis fast auf den Campingplatz hinunter. Nachdem sie sich bei einem Kaffee etwas aufgewärmt hatten, liess es das Wetter zu, dass sie um 11 Uhr endlich starten konnten. Die Temperaturen waren dann auch schon wieder merklich gestiegen, so dass ihre Hände nicht gleich am Fels anfroren. Um diese fortgeschrittene Zeit war leider nicht mehr an eine Gesamtbesteigung des Felsens zu denken. Ihr Zwischenziel beim Kamin etwa in der Mitte konnte jedoch dank jeglichen mitgebrachten technischen Hilfsmitteln erreicht werden. Die Schwierigkeitsangaben im Kletterführer stimmten nicht ganz mit den Stufen überein, die man sich aus der Schweiz gewohnt ist… Nachdem der Rest der Gruppe nochmal einige Kilometer auf dem Río Gallego zurückgelegt hatte, wurde die Region in Richtung Osten verlassen.
Beim malerischen Städtchen Ainsa wurde noch am selben Abend ein neuer Campingplatz bezogen. Am nächsten Morgen wurden die Strapazen der letzten Tage bemerkbar und man entschied sich, trotz nun endlich schönstem Sommerwetter, an diesem Tag nur zwei Bäche zu erkunden. Einen davon, den Río Ara, nahm man am Sonntag in Angriff. Angela, Fredi und Stefan paddelten den landschaftlich extrem schönen Abschnitt unterhalb Fiscal. Bronski, Geri, Ivano und Marc fuhren auf dem etwas schwierigeren Abschnitt von oberhalb Torla bis Broto. Da ein grosser Teil der Schwierigkeiten bereits am Vortag besichtigt wurde, verlief diese Fahrt ohne Probleme und weiterhin bei schönstem Wetter und immer höheren Temperaturen.
Am Montag suchten Bronski und Marc noch zwei Kollegen, welche sie auf den Oberlauf des Río Ara in die untere Bujaruelo Schlucht begleiteten. Diese zwei Helfer waren für die Sicherung und für das Filmen zuständig. Ivano und Stefan waren gerne bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Das sicherlich auch, weil das Wetter mitspielte. So fuhren Bronski und Marc Stufe um Stufe, während Ivano und Stefan zu Fuss unterwegs waren, was für die beiden einem Canyoning-Abenteuer nahe kam. Paddeltechnisch war das der anspruchsvollste Abschnitt, der im KCM seit vielen Jahren gepaddelt wurde. Der Rest der Gruppe machte an diesem Tag verschiedene Ausflüge – Klettern, Bäche rekognoszieren und Gegend erkunden.
Tags darauf stand der Río Esera auf dem Programm. Es waren alle dabei ausser Bronski, der sich am Vortag etwas die Knie stauchte und froh war, dass er den Job des Autoverstellens fassen konnte. Beim Umziehen zeigte der Latex-Kragen von Marc's Trockenjacke sein Alter und riss. Für heute wurde dieser mit Klebeband provisorisch zugeklebt. Doch zum Glück entdeckte die Gruppe bei der Hinfahrt zufälligerweise einen der nur zwei Paddelshops in den Pyrenäen und beschlossen, nach dem Paddeln noch dort vorbei zu schauen. Bei schönstem Wetter wurde ein imposant enger Schluchtabschnitt gepaddelt. Beim anschliessenden Besuch des Shops konnte Marc eine neue Jacke erwerben. Doch auch fast alle anderen waren in Shopping-Laune und somit wurde dem kleinen Paddelladen ein guter Umsatz beschert.
Der Mittwoch stand nochmals ganz im Namen des Río Ara. Diesmal paddelten Bronski, Dani, Fredi, Geri und Marc auf dem Abschnitt oberhalb Torla bis Broto. Ivano, Stefan, Angela und auch Claudio, für den es die erste Wildwassererfahrung war, vergnügten sich nochmals auf dem Abschnitt unterhalb Fiscal. Claudio bestand seine Wildwasser-Taufe mit Bravour, auch wenn er das Boot zwei Mal ungeplant verlassen musste und unter Wasser nach Fischen Ausschau hielt.
Am Donnerstag wechselte die Gruppe nochmals die Region. Es ging weiter in Richtung Osten nach Sort, wo 2001 die Kanu Freestyle WM stattfand. Dort war auf dem Campingplatz auch ein Volleyball-Feld vorhanden, und so kamen einige spannende Matches zusammen. Aber natürlich wurde auch in dieser Region gepaddelt. Am selben Tag wurde noch der Río Noguera Pallaresa ab Llavorsi bis direkt zum Camping bei Sort gepaddelt. Tags darauf wurde vormittags durch Marc die Freestyle Welle getestet, nachdem er mit Angela und Fredi auf der Slalomstrecke an der Paddeltechnik feilte. Nachmittags wagten sich die Unerschrockenen auf den Oberlauf des Río Noguera Pallaresa oberhalb Esterri d'Àneu. Eine Strecke, die laut Flussführer durchwegs den Schwierigkeitsgrad behalte, aber dank dem etwas niedrigen Wasserstand für die Gruppe gut machbar sein sollte. Schon auf der Hinfahrt, als sie ab und zu einige Stellen des Flusses anschauten, kamen einige Zweifel auf. Beim Einstieg entschied sich dann ein Teil der Gruppe erst ab Streckenmitte, auf dem etwas leichteren unteren Abschnitt, mitzupaddeln. Zum Glück kamen dann gerade noch vier einheimische Paddler hinzu, welche dieselbe Strecke fahren wollten und den Bach in- und auswendig kannten. Die Paddler des KCM durften sich ihnen anschliessen, und so konnten sie wie Entlein ihren "Vorfahrern" nachpaddeln. Der Bach hatte es dann auch wirklich in sich. Es ging ziemlich zur Sache - die Schwierigkeit war konstant, das Tempo hoch (und auch der Adrenalinpegel der Kanuten). Ohne diese Unterstützung hätten sie wohl Stunden länger gebraucht für den Abschnitt. In der Mitte der Strecke stieg dann noch der zweite Teil der Gruppe hinzu und alle genossen noch den unteren Abschnitt bis zum Stausee. Bei den Spaniern war auch eine Frau dabei, welche sehr gut paddelte. Es stellte sich dann heraus, dass sie letztes Jahr in Thun bei den Kanu Freestyle Weltmeisterschaften mitmachte, was ihre paddeltechnischen Qualitäten erklärte.
Am Freitag war dann nochmals der untere Teil des Noguera Pallaresa angesagt. Geri, Ivano und Marc paddelten dann noch weiter bis zur Freestyle Welle in Sort, um dort noch einige Kunststücke zu zeigen. Gegen Abend machten sich die Kanuten auf den Weg für den ersten Teil der Heimreise. Sie planten in Gruissan bei Narbonne zu übernachten. Auf dem Weg dorthin mussten einige Pässe überquert werden. Gleich auf dem ersten gab es bei Dani im Auto plötzlich einen Knall. Als er dann stoppte um nachzuschauen, konnte jedoch nichts Aussergewöhnliches festgestellt werden. Die drei Boote und der Festbank auf dem Dach waren noch fix, alle Reifen in Ordnung und auch im Auto drin schien alles gut zu sein. Man nahm dann an, dass im ganzen Chaos im Auto wohl etwas Hartes auf eine Kiste runter gefallen sein musste und fuhr weiter. Doch nicht sehr weit. In einer der nächsten Kurven sah Stefan, der direkt hinter Dani fuhr, wie zwei Teile unter Dani's Auto wegflogen. Stefan fand dann diese zwei Teile und somit war klar, dass hinten rechts die Feder der Radaufhängung gebrochen war. Da der Stossdämpfer noch in Ordnung war, konnte die Fahrt trotzdem fortgesetzt werden. Mit etwas Vorsicht und einem einseitig tiefer gelegten VW Bus erreichten dann doch noch alle das schöne Städtchen Gruissan bei Narbonne. Am nächsten Tag gingen dann Geri und Ivano nochmals Klettern, während der Rest schon die Heimreise antrat.
Es waren wiederum sehr schöne Paddelferien in den Pyrenäen, wo alle gerne irgendwann mal wieder zurückkehren möchten.
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