Pyrenäen 2007 Drucken
Geschrieben von: Ivano   
Sonntag, den 02. September 2007 um 23:45 Uhr
Pyrenäen 2007

Seit vielen Jahren ist es beim KCM Brauch, die Feiertage Auffahrt und Pfingsten für längere Kajakferien zu nutzen. Nachdem man bereits mehrere Jahre die guten Flüsse, das gute Essen und den guten Wein des Piemonts genossen hat, wollte man dieses Jahr neue Reviere entdecken.

Nach längeren Diskussionen entschloss man sich, die Pyrenäen mal genauer anzuschauen. Obwohl bis anhin noch kein KCM-Mitglied je dort paddeln war. Die grosse Vielfalt an Flüssen liess uns hoffen, dass wir in diesem schneearmen Frühling wassersichere Flussabschnitte antreffen würden. Bloss wo?
coldetourmalet
Die Planung war lanciert! Nur gerade der Treffpunkt in Frankreich konnte im Vornherein fixiert werden. Eine Vorhut, die eigentlich noch einen Abstecher ins Aostatal machen wollte, begab sich nach Bagnère de Bigorre.

Zu dritt befuhren sie die ersten Bäche. Man erinnerte sich an frühere Fahrten nach Korsika, stieg man doch bei strömendem Regen bei Temperaturen von nur gerade 7 Grad aus den nassen Paddelklamotten. Zumindest stieg der Wasserpegel. Man erkundete Bäche wie auch das Ausgangsrevier. War es doch wichtig, eine geeignete Bar in unmittelbarer Nähe des Zeltplatzes zu finden. Nach den ersten abenteuerlichen Fahrten auf dem Adour, Lesponne, Cauterets und Gavarnie erwartete man nun die Ankunft der nächsten Gruppe.
dani_gavarnier
Dank den Vorbereitungen konnten die nächsten Tage voll ausgenutzt werden. So ganz nebenbei wurde auch noch der Wahlfahrt-Ort Lourdes besichtigt. Zum zweiten Mal wurde der Gavarnie befahren, jedoch mit deutlich mehr Wasser. Dann gab es eine Verschiebung unseres Zeltplatzes nach Spanien und die Gruppe wurde um noch zwei Paddler vergrössert. In Ainsa genossen wir nicht nur die fliessenden Gewässer, sondern auch die Stehenden(meist in Fasche oder Glas serviert). Río Cinca, Cinqueta und Ara sind drei der Bäche, die man in dieser Region befuhr. Wenn auch nur teilweise.

Wegen dem zum Teil schlechten Wetter oder weil man immer relativ spät von den Exkursionen zurückkam, hat man darauf verzichtet, selber zu kochen. Die Restaurants waren über diese Umstände sicher nicht verärgert. Von Ainsa aus zogen wir weiter in die Nähe der Ortschaft Jaca.

Dass man sich auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostuela befand, hat die Spiritualität nicht merklich beeinflusst. Dessen war sich auch der Platzwart bewusst, als wir früh morgens (ca. 06.00Uhr!) bei geschlossener Barriere aus dem Zeltplatz fahren wollte. Doch mit gut zureden und einer Flasche Wein war auch für ihn die Weltstefan_schanze wieder in Ordnung. Diesen Flecken der Pyrenäen hat man schon bald verlassen, da in dieser Region zu wenig Wasser vorzufinden war. Den Aragón Subordán und Gállego genossen wir trotzdem. Vor allem die Spielstellen und Sprungschanze für Kajaks.

Am Ruhetag zogen wir mit den Autos zu den „Riglos“. Ein wunderbarer Kletterfelsen, bzw. Felswand! An der prallen Sonne praktizierte man den Klettersport. Schon genug hat man in der Kletterhalle geübt!

Als letzte Station auf dem Pyrenäenabenteuer hat man sich nach Llavorsi durchgeschlagen. Nachdem man zum Teil recht abgeschieden in der Natur war, hatte man mit Sort eine grössere und touristisch stark erschlossene Stadt in der Nähe. So ist in Sort auch ein Kajakladen, in welchem man die verloren gegangene Kajakausrüstungen wieder nachrüsten konnte. Auch abends wurde geschlemmert. So gab es keine Speise, die nicht ausprobiert wurde, wenn auch das Verlockendste manchmal nur gerade der spanische Namen war. Ich denke da z.B. an Schweinebacken.

Der Noguera Pallaresa wurde in verschiedenen Abschnitten befahren. Mit ganz unterschiedlichem Charakter.

Die Zeit zur Rückkehr war schon gekommen. Noch standen 11 Stunden Autofahrt bevor. Eine lange Strecke. Doch angesichts der befahrenen Flüsse und deren, die noch nicht vom KCM gepaddelt wurden, lohnt sich die Anreise allemal.

Denn nur paddeln ist schöner als von den pyrenäischen Bächen zu träumen!
!
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 26. Januar 2009 um 21:40 Uhr