Sambesi 2012 Drucken
Geschrieben von: Marc   
Dienstag, den 11. Dezember 2012 um 23:05 Uhr

Victoria FallsDie sonnen- und wasserhungrige Truppe des Kanu Club Murgenthal fand sich am 15. November 2012 am Flughafen in Zürich ein. Geri, Bronski, Oschi und Marc flogen mit samt ihren Kajaks nach Livingstone, Sambia. Da die Kajaks auf dem Inlandflug von Lusaka nach Livingstone nicht ins Flugzeug passten, wurden sie am darauffolgenden Tag mit einer grösseren Maschine nachgeliefert. Mit solchen Zwischenfällen muss man in Afrika rechnen. Wobei dann jedoch in solchen Situationen immer das bestmögliche getan wird, um eine Lösung zu finden. Kurz nachdem die vier ihre Kajaks am Flughafen abholten, sassen sie darin bereits auf dem grossartigen Sambesi.

Bronski auf der Welle #2Der Sambesi fliesst langsam in unzähligen Armen auf einem Plateau in Richtung Livingstone. Dort stürzt er über die sehr eindrücklichen Viktoria Fälle 110 Meter in die Tiefe. Vom Grund der Fälle her reihen sich Stromschnelle an Stromschnelle, die so genannten Rapids. Dazwischen befinden sich jeweils flache Teilstrecken wo das Wasser ziemlich langsam fliesst, bevor es sich wieder durch die nächste Stromschnelle zwängt. Der Fluss bildet die Grenze zwischen Sambia und Zimbabwe. Die Rapids sind der Reihe nach nummeriert um sich zu orientieren. Die meisten besitzen zusätzlich auch einen Namen. Weil die ersten zwei sehr schwierigen Schnellen (die so genannten "minus Rapids") direkt unterhalb der Viktoria Fälle nur von den weltbesten Paddlern bezwungen werden beginnt man erst beim offiziellen Einstieg mit der Stelle 1 zu zählen. Geri in #4 - the morning gloryDie interessanteste Strecke ist von Rapid 1 bis 14, welche innerhalb weniger Stunden durchpaddelt werden kann. Oft wird auch bis zu Rapid 25 gepaddelt. Die Attraktivität der Stromschnellen nimmt jedoch etwas ab und die flachen Strecken zwischen den Schnellen zu. Es können auch mehrtägige Paddel-Trips gemacht werden, bei denen man weit über die Stelle 25 hinaus paddelt und im Zelt übernachtet. Die schwierigsten und eindrücklichsten Stellen sind Rapid 4 "Morning Glory", 5 "Stairway to Heaven", 7 "Gullivers Travels" und 8 "The Muncher". Der Rapid 9 "Commercial Suicide" genannt, wird durch die meisten Paddler umtragen, da diese Stromschnelle extrem schwierig und gefährlich ist.

Marc in #5 - stairway to heavenTrotzdem, dass es vier Jahre her ist, seitdem Geri, Bronski und Marc das letzte Mal auf diesen eindrücklichen Stromschnellen paddelten, entschieden sie sich diesmal keinen Guide zu buchen. Die vier meisterten die ersten 14 Rapids mit Bravour. Als einzige Stelle wurde der Rapid 7 durch Oschi unseren Sambesi-Neuling besichtigt. Nachdem ihm Bronski die korrekte Linie durch den ziemlich langen Rapid erklärte, wurden auch diese Schnellen von allen vier ohne grössere Probleme gemeistert. Der Ausstieg aus der weit über 100 Meter tiefen Schlucht erwies sich bei den herrschenden etwa 35 Grad und brennender Sonne als äusserst schweisstreibend. Nach der holprigen Fahrt zurück ins Backpackers Hostel in Livingstone, war ein Sprung in den kühlen Pool angesagt. Oschi in #8 - the muncherNach drei Paddeltagen wurde am vierten Tag etwas ausgeruht. Die vier besichtigten die beeindruckenden Viktoria Fälle aus der Nähe. Tags darauf verbrachten sie die Zeit auf der genialen Surfwelle des Rapids Nr 2. Dort übten sie sich in der Disziplin Freestyle. Beim Kanu-Freestyle geht es darum mit dem Kajak akrobatische Figuren zu fahren wie z.B. horizontale und vertikale Drehungen, Loopings etc. Nachdem sich die Jungs ausgepowert hatten, paddelten sie noch auf dem fast stehenden Sambesi bis zu den "minus Rapids" hoch. Dort direkt unter den Viktoria Fällen war der Blick hinauf atemberaubend. Weil dieser Ort nur übers Wasser erreicht werden kann, ist diese Aussicht Wassersportlern vorbehalten.

Die restlichen Paddeltage unterbrach die Gruppe durch eine zwei tägige Safari nach Botswana. Im Chobe Nationalpark konnten sie unter anderem Affen, Elefanten, Büffel, Antilopen, Krokodile, Nilpferde, Giraffen, Zebras und auch Löwen beobachten. Während der Übernachtung mitten im Nationalpark in Zelten konnte das Löwengebrüll belauscht werden, was einigen Safariteilnehmern eine schlaflose Nacht einbrachte. Den abenteuergewohnten Paddlern sagte jedoch dieses Erlebnis voll und ganz zu.

Elefanten im Chobe NationalparkGiraffe im Chobe NationalparkLöwe im Chobe NationalparkZebras im Chobe Nationalpark
Nach zwei Wochen voller toller Erlebnisse und Wuchtwasserpaddeln pur, kehrten die vier wieder in die kalte Schweiz zurück. Wie von den Auslandreisen unseres Vereins gewohnt, wurden viele Erlebnisse auf Video festgehalten. Der geschnittene Film wird voraussichtlich am Aare-Fescht im nächsten Sommer vorgeführt.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 11. Dezember 2012 um 23:27 Uhr